HARRY im WEB

Highlights Charlston und Savannah

CHARLSTON / SOUTH CAROLINA

Charlston hat heute eine Einwohnerzahl von rund 90ooo Menschen. Ihre historische Altstadt, auf einer Halbinsel gelegen, gehört zu den schönsten städtischen Gegenden der gesamten USA.

Vor dem Bürgerkrieg war Charlston eine äusserst bedeutsame Stadt. Südlich von Philadelphia war sie die grösste Stadt an der Ostküste und Mittelpunkt der Reisanbaugebiete und des Handels in dieser Gegend. Sie war eine reiche Stadt, die oftmals mit New Orleans verglichen wurde, und beheimatete viele Zweitwohnsitze der Plantagenbesitzer die in den Sommern der Gefahr der Malaria in den weiter südlich gelegenen Baumwollplantagen entgehen wollten.

Eine der ersten militärischen Handlungen im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg verliefen in dieser Stadt, als britische Schiffe Fourt Moultrie am Hafeneingang angriffen.
Auch die ersten Schüsse im amerikanischen Bürgerkrieg fielen im Hafen von Charlston, in Fort Sumter.
Nach dem Bürgerkrieg, als keine billige Sklavenarbeit mehr gab, sank auch die Bedeutung der Stadt.

Die Altstadt von Charlston ist heute vollständig restauriert und kann auf verschiedene Weise erkundet werden. Zum einen kann man durch das Fenster eines klimatisierten kleinen Busses die historisch und architektonisch bedeutsamen Gebäude und Villen bestaunen und sich die Hintergründe vom Fahrer und Tour Guide erzählen lassen, mehr Stil hat sicherlich sich in einer der vielen Kutschen eine Stadtrundfahrt zu unternehmen.
Der beste Weg Charlston zu erkunden ist aber sicherlich zu Fuss.

Um an einem Tag die attraktivsten Plätze "in einem Rutsch" zu sehen, kann ich folgenden Stadtrundgang empfehlen:

Der Ausgangspunkt ist die Market Hall in der Market Street (in den kleineren Parallel- und Querstrassen gibt es diverse Parkplätze und Parkhäuser in denen man sich des Autos entledigen kann). Von dort aus folgt man der Meeting St in Richtung Süden zum Gibbes Museum of Art. Je nach dem wieviel Zeit man investieren möchte und wo die Interessen des einzelnen liegen, kann man das Gebäude nur von aussen bestaunen oder sich auch die Kunstwerke im Inneren ansehen.
Es geht weiter in Richtung Süden zur Ecke Meeting und Broad St. Diese Kreuzung ist bekannt als the four corners of law. An jeder Ecke befindet sich ein Teil der gesetzgebenden Kraft: Rathaus, Landesgericht, Bundesgericht und Kirche.

Man folgt weiterhin der Meeting St und betritt nun den kolonialen Teil der Stadt. Es gibt Häuser in den typischen Baustilen (dem Charlston Single House bzw. dem Charlston Double House) zu bewundern. An der Kreuzung mit der Tradd St bieft man rechts ab. Ein bedeutsames Gebäude ist das 1772 erbaute Stuart House.
Im weiteren Verlauf biegt man links in die Legare St ein. Das Sword Gates House von 1818 wird angeblich vom Geist einer ehemaligen Hausbediensteten heimgesucht, die zu Lebzeiten ihren untergebenen Hausmädchen das Leben zur Hölle gemacht haben soll.
Anschliessend biegt man links in die Lamboll St ab. Hier gibt es unter anderm das Wedding Cake House von 1850 zu sehen.

Dann geht es wieder links in die King St. Das mit zahlreichen Ornamenten verzierte Haus O'Donnell's Folley wurde 1865 von Patrick O'Donnell für seine Verlobte gebaut. Allerdings hat es zu lange gedauert das Haus zu vollenden, so dass seine Angebete in der Zwischenzeit jemanden anderen geheirated hat. In der selben Strasse findet man das Miles Brewton Haus aus den 1760er Jahren. Es wurde von einem reichen Sklavenhändler erbaut. In den 1820 Jahren wurde das Anwesen, wie viele andere Häuser in Charlston, aus Angst vor Sklaven-Revolten mit einem von riesigen Eisenstacheln besetzten Zaun umgeben.
Nun wechselt man durch das winzige Kopfsteinpflastergässchen Prices Alley zurück zur Meeting St. und biegt rechts in besagte Strasse ein.

Hier gibt es nun dieCalhoun Mansion und das Nathaniel Russell House zu sehen, die beide auch ein Museum beinhalten. Am White Point Park biegt man links in die South Battery St ein wo man einige der schönsten Villen der Stadt zu sehen bekommt.

Von der Promenade entlang der Battery St hat man einen beeindruckenden Blick auf den Hafen von Charlston und kann den Pelikanen beim Fischen zusehen und mit etwas Glück kann man dort am Morgen auch Delphine beobachten.
Nun folgt man der Promenade zur East Battery St. Dort kann man das Museum im Edmonston-Alston Haus besichtigen. Ausserdem hat man von diesem Gebäude einen der besten Blicke über den Hafen.
Etwas weiter nördlich biegt man dann links in die Water St und dann gleich wieder rechts in die Church St ab. Hier findet man das Heyward-Washington Haus in dem auch George Washington zu Gast war. Man folgt der Church St in nördlicher Richtung bis man schliesslich wieder zur Market St kommt.

Wenn man in Charlston Essen geht, darf man auf keinen Fall die örtliche Spezialität, die She Crab Soup die in allen Restaurants angeboten wird (auch wenn sie nicht zwingend auf der Karte zu finden ist) als Vorspeise auslassen. Ein interessantes Restaurant ist das Hurricanes, in dem alle Gerichte nach einem Sturm oder Orkan benannt sind, die die Stadt des öfteren heimsuchen. An den Wänden des Lokals finden sich Fotos von der zersörten Stadt, jeweils mit Jahreszahl und dem Namen des verantwortlichen Hurricanes. Von den gebalten Tropenstürmen im Jahre 2004 blieb die Stadt verschont, das letzte mal wurde sie 1989 von Hugo verheerend getroffen.



SAVANNAH / GEORGIA

Etwas südlich von Charlston, jenseits der Grenze zwischen South Carolina und Georgia befindet sich die Stadt mit dem klangvollen Namen Savannah (130ooo Einwohner). Obwohl die Stadt heute Charlston was die Grösse angeht überflügelt hat, zog sie in der Geschichte beim Buhlen um die wichtigste Hafenstadt der südlichen Ostküste den Kürzeren.

Auch heutzutage ist Savannah touristisch gesehen dem früheren Rivalen unterlegen, da die Altstadt weniger gut erhalten ist. Aber in den letzten Jahren hat man wohl das Potential dieser Attraktion erkannt und sich nach und nach daran gemacht, die historischen Häuser zu renovieren.

Um die zwischenzeitlich am besten restaurierten Gebäude zu sehen zu bekommen geht man am besten zu Fuss am Flussufer entlang, durch den City Market, folgt dann der Bull St in nördlicher Richtung bis zum Forsyth Park und läuft auf der Parellelstrasse, der Abercorn St zurück zum Ausgangspunkt.

Aber nicht nur die Häuser an diesen beiden Strassen, sondern vorallem die zahllosen kleinen Parks an fast jeder Kreuzung mit ihren schattenspenden uralten von Irisch Moos bewachsenen Bäumen und die historischen Häuser entlang der Querstrassen zwischen Bull und Abercorn St sind besonders sehenswert.

In der Innenstadt von Savannah kann man aber auch ganz gut zum Shoppen gehen, da eben nicht wie in Charlston alle historischen Gebäude erhalten geblieben sind und sich somit auch viele neuere Bauwerke, die zahllose Boutiquen und Cafes beherbergen vorhanden sind.

Ein weiteres Highlight der Stadt ist die River Street am Ufer des Savannah Rivers, wo man sich tagsüber von Gauklern, Schaukünstlern und Musikern unterhalten lassen kann und abends in den vielen Restaurants, Bars und Nachtclubs die Zeit vertreiben kann.
Vorallem die Fisch-Restaurants sind hier ein guter Tipp. Zu den diversen Meeresfrüchten (meine persönliche Empfehlung sind die grilled shrimp) gibt es als ortstypische Beilage in der Regel gelben Reis.

Die beste Reisezeit für diese Gegend ist ohne Zweifel der Frühling und der Frühsommer, wenn die Stadt schon ergrünt ist und man sich in leichter Kleidung auf den Strassen aufhalten kann. Im Hochsommer ist das schwülheisse Klima dann für den durchschnittlichen Mitteleuropäer kaum noch zu ertragen, ausserdem steigt dann die Gefahr eines Hurricanes.

⇐ zurück

nach oben

 

CSS ist valide! Valid XHTML 1.0 Transitional