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Highlight Las Vegas

LAS VEGAS / NEVADA

Im Wüstenstaat Nevada ist im Allgemeinen nicht allzuviel geboten. Zumindest erhält man diesen Eindruck, wenn man Carson City, die Hauptstadt, als erste nennenswerte Ortschaft in diesem Staat zu Gesicht bekommt. Hier könnte man auch heute noch einen Western drehen ohne vorher gross eine Kulisse aufbauen zu müssen. Irgendwie ist die Zeit dort stehen geblieben.

Wenn man dann nach Las Vegas kommt und zum ersten Mal den Strip, offiziell eigentlich mit Las Vegas Boulevard benannt, herunter fährt ändert sich dieser ursprüngliche Eindruck in Sekundenbruchteilen ins absolute Gegenteil.
Ehrlich, ich denke ich habe die ersten paar Kilometer den Mund nicht mehr zubekommen: vorbei ist es mit der tristen Wüstenlandschaft, vor einem türmt sich eine unglaubliche, verschwenderische und kunterbunte Landschaft auf.

In der Regel sind alle Gebäude, die man am Strip zu sehen bekommt, ausschliesslich Hotels. Daher gibt man sich in LV nicht einfach nur mit einer "normalen" Fassade zufrieden, man muss sich schon etwas besonderes einfallen lassen, um sich von der Masse abzuheben. Ein Hotel immitiert die Skyline von New York, inklusive Empire State und Chrysler Building, ein anderes hat den Pariser Eiffelturm im Vorhof stehen, vor dem Treassure Island segelt ein Piratenschiff (dass pünktlich wie ein schweizer Uhrwerk immer mal wieder in den Wogen untergeht), das Excalibur ist einem Rittermärchen entsprungen und wird nachts auch noch kunterbunt beleuchted.

Ins Innere des Luxor gelangt man durch die Beine einer riesigen Sphinx. Dieses Hotel, dass in Form einer Pyramide gebaut ist, prahlt damit die einzigen Aufzüge der Welt zu besitzen, die nicht senkrecht sondern in einem Winkel von ca. 60° auf und ab fahren. Dies bekommt man als "Fahrgast" dadurch zu spüren, dass man beim Anfahren durch die Massenträgheit nicht nur nach unten sondern auch leicht zur Seite gedrückt wird.

Im inneren eines jeden Hotels befindet sich dann natürlich das obligatorische Casino. Für die meisten Besucher der Stadt, insbesondere der amerikanischen Touristen, ist dies die Hauptmotivation nach LV zu kommen. Nevada ist der einzige Staat der USA in dem Glücksspiel uneingeschränkt an jedem Ort erlaubt ist. Diese Exklusivität bildet das wirtschaftliche Rückgrat dieser Stadt in der die Unterhaltungsindustrie die einzige Industrie zu sein scheint. Das Casino-Gewerbe hat LV natürlich auch zu einer Banken-Metropole gemacht, auch der Einzelhandel ist in den diversen Shopping Malls vertreten, aber ansonsten sind die Einkommensmöglichkeiten in dieser Stadt sehr beschränkt.
Jedoch läuft das Geschäft mit dem Glücksspiel ausserordentlich gut, so dass mit diesen Geldern wohl auch die Zimmer und die Restaurants in den einzelnen Hotels "subventioniert" werden: Essen gehen und Hotelzimmer sind in LV unglaublich günstig.

Aber neben den Spielhöllen sind die meisten Hotels auch in ihrem Inneren mit oft atemberaubenden Kunstwelten an ihr äusseres Erscheinungsbild angepasst. Im Venetian z.B. ist das Stadtbild von Venedig nachgebaut: vom Markusplatz, der Rialto-Brücke bis hin zum Canale Grande inklusive den Booten der Gondolere ist alles im allerdings etwas verkleinerten Masstab vorhanden, dafür riecht es aber auch nicht so streng wie im Original...

Ein besonderes Highlight ist LV natürlich bei Nacht, wenn die Fassaden beleuchted sind. In der Parkanlage des Belaggio wirkt die aufwändige, mit Musik untermalte Wassershow durch die zusätzlichen Lichteffekte dann noch imposanter als bei Tag.
Generell ist bei Nacht auch viel mehr Leben auf den Strassen. Tagsüber verbringen die meisten ihre Zeit in den klimatisierten Casinos oder am Pool, erst wenn die Sonne untergegangen ist wird es im Freien erträglich. Dann wälzen sich riesige Menschenmassen den Strip hinunter, aber auch abseits dieser Hauptschlagader ist dann ein Unterhaltungsprogramm jeglicher Art vorzufinden.

Allzulange hält man es in der Stadt selbst allerdings nicht aus, durch die unglaubliche Reizüberflutung stumpft man innerhalb weniger Tage so weit ab, dass einem auch ein künstlicher tropischer Regensturm wohlgemerkt im INNEREN eines Hotels nicht mehr sonderlich beeindruckt.

Dann ist die Zeit gekommen, die unmittelbare Umgebung der Stadt zu erkundschaften. Hier ist zum einen natürlich der weltbekannte Wüsten-Nationalpark Death Valley zu nennen. Dieser ist nordwestlich von Las Vegas gelegen und mit dem Auto in wenigen Stunden zu erreichen. Im Sommer kann man dort am eigenen Leib erfahren wie es sich anfühlt wenn es bis zu 57°C heiss wird.

Östlich der Stadt, auf der Grenze zu Arizona, befindet sich der Lake Mead, ein durch den Hoover Dam künstlich aufgestauter See, der die Wasserversorgung für das extrem durstige Las Vegas darstellt. Wenn man sich diesen Wasservorrat inmitten der steinigen Wüstenlandschaft ansieht, wird einem bewusst in was für einer Kunstwelt man zuvor seine Zeit verbracht hat. Seit den Anschlägen des 11. Septembers wird der Hoover Dam von schwer bewaffneten Einheiten bewacht. Ein terroristischer Akt, der die Zerstörung des Dammes als Ziel hätte, würde den Untergang für Las Vegas bedeuten. Die gigantische Betonwand des Dammes ist wirklich beeindruckend. Er ist ca. 220 m hoch, an der Basis ist die Mauer 200 m dick und insgesamt besteht das Bauwerk aus 6,6 Millionen Tonnen Beton!

In Südwestlicher Richtung kommt man nach Twentynine Palms, einer kleineren Stadt in California die ein guter Ausganspunkt für ein anderes Highlight in der ausgeweiteten Umgebung von LV darstellt. Diesmal nicht von Menschenhand geschaffen, sondern absolut natürlich: der Joshua Tree National Park. Neben diesen besonderen Pflanzen, die wie eine Kreuzung aus Baum und Kaktus wirken und dem Park seinen Namen gaben, gibt es dort auch interessante Felsformationen und Tiere, wie z.B. Cojoten, zu sehen.


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