Harry und der Steinbrecher
Im Sommer 2002 musste ich dann beruflich in die Staaten. In einem Steinbruch in San Antonio wurde mit Fahrzeugen von meiner Firma ein riesiger Steinbrecher transportiert.
Mit dem Flieger von Stuttgart über Atlanta nach Houston / Texas, von dort mit dem Auto weiter nach San Antonio / Texas. Rückflug von San Antonio über Houston und Atlanta nach Stuttgart.
Ich war ganz normal in der Arbeit, habe den Tag statt an meinem Büro-Arbeitsplatz allerdings hauptsächlich im Labor verbracht, da ich gerade dabei war für ein Fahrzeug-Projekt die Software zu optimieren und dies am Versuchsaufbau gleich getestet habe.
Als ich gegen Nachmittag ins Büro hochkam, wurde mir mitgeteilt dass ich eine Reise nach Texas gewonnen hätte. Dort müssten dringend die Lenk-Elektroniken und Teile der Fahrzeugelektrik einiger bereits ziemlich betagter Modultransporter meiner Firma gewartet werden, da in den nächsten Tagen mit eben diesen Geräten besagter Transport eines Steinbrechers stattfinden sollte.
Also wurde mir schnell ein Flug nach Houston gebucht, dort sollte ich dann von dem Kunden abgeholt und ins Hotel gefahren werden. Nach langem Flug dort angekommen, stieg ich in den Truck des Kunden und dachte eigentlich, dass ich innerhalb der nächsten halben Stunde oder so im Hotel landen würde (war ja schon lange auf den Beinen und hatte eigentlich genug für diesen Tag). Nachdem wir dann bereits eine Stunde unterwegs waren und von Houston nichts mehr zu sehen war, habe ich mal nachgefragt, wo das Hotel denn sei. Ich erfuhr dann, dass dieses in San Antonio ist und wir wohl noch ca. zweit Stunden unterwegs wären. Weshalb meiner Firma gesagt wurde, dass ich nach Houston fliegen sollte, ist mir bis heute unbekannt.
Schliesslich sind wir um 00.00 Uhr Ortszeit im Hotel angekommen, am nächsten Morgen um 06.00 Uhr ging es auf die Baustelle.
In San Antonio hat es zu dieser Zeit so um die 40°C gehabt, war wirklich angenehm dort im Freien zu malochen. Zudem musste ich den ganzen Tag über in einer Warnweste und mit Helm bekleidet arbeiten, da die Amis Angst vor Schadensersatzansprüchen hatten, im Falle ich würde mich bei der Arbeit verletzen. Nach täglich zehn bis zwölf Stunden Arbeit im Steinbruch kann man sich vorstellen, wie ich abends ausgesehen habe: schweissgebadet, mit Hydrauliköl verschmiert und dann kam noch dazu, dass der leichte Wind den Staub der gemahlenen Felsbrocken aufwirbelte. Dieser Staub bleibt auf der nassen Haut ganz toll kleben. Abends, wenn es dann zurück ins Hotel ging, sah ich immer aus, wie ein grosser Streusselkuchen.
Das Hotel war allerdings Klasse! Unser Kunde hatte dort eine Suite für mich gebucht mit zwei Schlafzimmern, einem Wohnzimmer, einer kleinen Küche und einem Badezimmer. Ich war wahrscheinlich der Einzige, der dort abends immer dreckig von Kopf bis Fuss im versifften Blaumann eingelaufen ist. Das Hotelpersonal trug's allerdings mit Fassung...
Als meine Arbeit dort erledigt war, habe ich mir eine weitere Autoreise durch die texanischen Steppen erspart indem ich gleich in San Antonio ins Flugzeug gestiegen bin.
Zeit zum Foto's machen hatte ich allerdings nicht, deshalb nur ein Foto von den KAMAG Modultransportern während einem anderen Transporteinsatz, damit man zumindest mal sieht worum es ging (das rote unterhalb der Last sind die Modultransporter):