
An dieser Stelle möchte ich mit den Vorurteilen gegenöber der amerikanischen Köche aufräumen. Diese ist entgegen landläufiger Meinung nämlich alles andere als schlecht. Schlechte Küche gibt es in England. Zum Glück sind damals aber nicht nur Engländer in die Neue Welt ausgewandert. So ist die amerikanische Küche von vielen Kulturen beeinflusst: indianisch, italienisch, afrikanisch, französich....
Wer also glaubt, er kenne die amerikanische Küche weil er schon mal bei McDonald's oder Burger King war, liegt falsch. Natürlich gibt es in den USA an jeder Ecke eine Fast-Food-Bude; aber mal ehrlich, das ist in Deutschland und den meisten anderen Ländern mittlerweile auch nicht mehr viel anderst.
Selbstverständlich sind Burger ein typisch amerikanisches Gericht, allerdings muss man wissen, dass diese nicht von McDonald's und Co erfunden wurden. Ein richtiger Burger wird zu Hause auf dem Grill zubereited und mit frischen Zutaten garniert. So ein Burger kann durchaus eine Delikatesse sein und nur so etwas begreife ich als amerikansiche Küche. Die Fast-Food-Burgen haben nichts mit Küche zu tun, hier handelt es sich um eine (mittlerweile globalisierte) Industrie.
Aber natürlich gibt es in den USA nicht nur Burger. Auch der Truthahnbraten zu Thanksgiving ist etwas uramerikanisches. Oder das Soul Food der Südstaaten, welches als die Küche der Afroamerikaner aus in Amerika zur Verfügung stehenden Zutaten seinen Ursprung hat. Oder die kreolische Küche, die vorallem in New Orleans gross ist und Einflüsse aus Frankreich und Afrika verbindet. Natürlich gibt es an sämtlichen Küstenstaaten auch hervorragendes Seafood zu essen (typisch: Hummer in den Neuenglandstaaten, grilled Shrimp oder Crawfish mit Reis im Südosten, Lachs an der Westküste...).
Natürlich war ich während meinen USA-Aufenthalten auch oftmals Gast von Fast-Food-Restaurants. Diese sind eine praktische Einrichtung wenn man unterwegs nur mal kurz etwas zu Essen braucht und dabei nicht viel Zeit verlieren möchte. Wer aber nicht nur zum überleben essen möchte, sollte zumindest auch mal ein Diner besuchen, die zwar auch nicht wirklich einem Gourmet-Tempel nahe kommen, aber zumindest typisch amerikanische Lebensart und einfache Hausmannskost vermitteln. Wer das Land aber richtig kennenlernen möchte und das zum Essen gehen auch als Happening betrachten möchte, sollte auch mal ein gutes amerikanisches Restaurant besuchen und zum Essen eine Flasche kalifornischen Wein bestellen.
Wer auch zu Hause mal die amerikanische Küche ausprobieren möchte, dem stelle ich hier einige Rezepte mit auch in Deutschland leicht erhältlichen Zutaten zur Verfügung.
Pumpkin Soup Cajun Style
(Kprbissuppe nach Südstaaten-Art)
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Zutaten:
Pflanzenöl
100g Zwiebeln gehackt
40g Möhren gewürfelt
40g Stangensellerie gehackt
2 Knoblauchzehen, fein gehackt
1 l Hühnerbrühe (oder 1 l Wasser und 4 gehäufte TL Instant-Hühnerbuillon aus dem Glas)
1 TL getrockneter Oregano oder 1 EL frischer Oregano
2 TL Cumin (Kreuzkümmel) gemahlen
1/2 TL Cayennepfeffer gemahlen
1 kg Kürbis gekocht (oder frischen Kürbis würfeln und in Öl bei niedriger Temperatur in einer Pfanne weichbraten)
120 ml saure Sahne
250 ml Schlagsahne
Salz und Pfeffer
Zubereitung:
In einem Topf Zwiebel, Möhre, Sellerie und Knoblauch in Öl ca. 5 Min. weich braten. Ca. 250 ml Hühnerbrühe, Oregano, Cumin, Cayennepfeffer und Kürbis zugeben. Gut verrühren, zum Kochen bringen. 20 Min. bei geschlossenem Deckel köcheln lassen. Die Mischung anschliessend pürieren und die restliche Hphnerbrühe zugeben. Zum Kochen bringen. Saure Sahne und Schlagsahne zugeben, mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Dazu passt als Beilage das nachfolgende Maisbrot.
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Old Fashioned Corn Bread
(traditionelles Maisbrot)
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- Ein Grundrezept des "Soul Food" der Südstaaten. Es gibt viele Varianten, dieses ist das einfachste und meiner Meinung nach beste Rezept dafür.
Zutaten:
1 Tasse gelbes Maismehl
1 Tasse Buttermilch
1/2 TL Salz
1/2 TL Soda
1 Ei
3 EL zerlassene Butter
Fett für die Form
Zubereitung:
Alle Zutaten miteinander vermengen und in eine eingefettete, quadratische Form von 8" x 8" (20 x 20 cm) giessen. Bei 200°C mindestens 25 Min. backen. Abkühlen lassen und in 9 quadratische Stücke schneiden.
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Blue Cheese Burger
(Cheese Burger mit Blauschimmelkäse)
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- Ein Gourmet-Cheese Burger, den man nur mit einer dicken Scheibe Tomate oder Zwiebel und wenig Ketchup geniessen und nicht mit zuviel Garnitur "versauen" sollte.
Zutaten:
450g Rinderhack
4 - 5 Hamburgerbrötchen
4 TL Kondensmilch
1 Ei
4 EL zerbröckelter Gorgonzola
Salz und Pfeffer
1 Gemüsezwiebel oder Fleischtomate
Ketchup
Zubereitung:
Alle Zutaten miteinander vermengen und in vier bis fünf Fleischkuchen formen. Im Idealfall auf dem Holzkohle-Grill ansonsten bei mittlerer Hitze in einer Grillpfanne braten. Je nach Geschmack kann man den Burger mit einer dicken Scheibe von einer milden roten Gemüsezwiebel oder einer Fleischtomate garnieren.
Zu trinken empfehle ich ein Abita Springs Turbodog (wenn man gerade in den USA ist) oder ein bayrisches dunkles Bier.
Jambalaya
(würziger kreolischer Eintopf)
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- Ein originales Jambalaya kann man nur in New Orleans essen! Hier handelt es sich um ein vereinfachtes Rezept, damit man alle Zutaten auch in Deutschland zu kaufen findet. Normalerweise kommen in ein Jambalaja noch kreolische scharf geräucherte Würstchen und Anduille Würstchen hinzu. Diese sind bei diesem Rezept durch eine grössere Menge Schinken ersetzt.
Zutaten:
2 EL Butter
2 EL Mehl
500g gekochter Schinken, in Würfel geschnitten
1 grüne Paprikaschote, gewürfelt
400g grosse Shrimps (King Prawns), tiefgefroren
1 grosse Dose geschälte Tomaten (ca. 800g) mit Flüssigkeit
¾ Liter Wasser
- 1 Zwiebel, gehackt
1 Knoblauchzehe, gehackt
2 EL frische Petersilie, gehackt
400g Reis
2 EL Worcestersauce
½ TL Thymian
½ TL Tabasco
Zubereitung:
In einem grossen Topf das Mehl in der Butter einige Minuten bräunen. Schinken und Paprika zugeben, 5 Minuten braten lassen. Shrimps, Tomaten, Wasser, Zwiebel, Knoblauch und Petersilie dazu geben. Das ganze zum Kochen bringen. Reis, Worcestersauce, Tabasco und Thymian dazu geben. Mit einem Deckel verschliessen und bei niedriger Hitze ca. 30 Min. garen lassen (bis der Reis fertig ist).
Dazu passt ein grüner Salat und ein kräftiger kalifornischer Rotwein, am Besten ein Zinfandel.
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Rio Grande Chicken
(Hühnchen "Rio Grande")

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- Die Grundlage dieses Rezeptes basiert auf einem Gericht der Pueblo Indianer. Es ist eines der wenigen Gerichte, das man eigentlich nicht zu salzen braucht (das in der Hühnerbrühe enthaltene Salz reicht aus). Wer es dennoch etwas würziger möchte, kann nach der Zubereitung nach Belieben nachsalzen.
Für acht verfressene Leute brauchst du folgende...
Zutaten:
10 bis 15 Stücke Hühnerfleisch (nach Belieben Schlegel, Brust, Flügel...)
150g geschälte Kürbiskerne
2 EL getrocknete Maiskörner (Popcorn-Mais)
1 Dose gestückelte oder passierte Tomaten (ca. 600g)
1,5 TL Cumin (Kreuzkümmel) gemahlen
1/3 TL Koriander
1,5 EL Chili-Gewürzmischung
- 1 l Hühnerbrühe (oder 1 l Wasser und 4 gehäufte TL Instant-Hühnerbuillon aus dem Glas)
- Pflanzenöl
Zubereitung:
In einem kleinen Topf mit Glasdeckel die Maiskörner in wenig Pflanzenöl erhitzen und zum Platzen bringen, dabei den Topf immer wieder schütteln (wenn man keinen Glasdeckel hat, nimmt man einen herkömmlichen den man dann aber festhalten muss, da er zu leicht ist). In einem Mixer 1,5 Tassen des entstandenen Popcorns grob hacken und in eine grosse Schüssel geben (den Rest kannst du salzen oder zuckern und neben dem Kochen aufessen). Die Kürbiskerne ebenfalls im Mixer hacken und in die Schüssel geben. Sämtliche Gewürze und die Tomaten dazugeben und gut vermengen.
Die Hühnerstücke in Pflanzenfett auf beiden Seiten goldbraun oder nach Geschmack dunkler anbraten, zuerst mit der Hautseite nach unten.
- Das Huhn in einen grossen Topf geben und mit der Brühe aufgiessen, die Mischung aus der Schüssel dazugeben. Das ganze für ca. eine halbe Stunde kochen lassen, bis alles gar ist.
Als Beilage passt Reis und / oder gebratene Mais-Grütze (siehe nachfolgendes Rezept).
Zu Trinken empfehle ich einen kalifornischen Sauvignon Blanc.
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Southern Fried Grits
(gebratene Mais-Grütze nach Südstaaten-Art)
Foto siehe "Rio Grande Chicken"
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- Gritz ist ein im gesamten Süden der USA beliebtes Gericht zum Frühstück. Im Grunde handelt es sich dabei lediglich um in Salzwasser gekochten Maisgries, der auch manchmal noch mit Butter und Sahne verfeinert wird. Bei diesem Rezept handelt es sich um eine etwas aufwändigere Variation, die dann als Beilage zu den verschiedensten Hauptspeisen gereicht wird.
Zutaten:
160g Maisgries (Polenta)
1 l Milch
4 Knoblauchzehen
- 125g geriebenen Monterey Jack, Ersatzweise Edamer
40g rote Paprika, gewürfelt
40g grüne Paprika, gewürfelt
30g (ein Töpfchen) frische Basilikum-Blätter, fein gehackt
Salz
- Pfeffer
- Butter
Olivenöl
Zubereitung:
Die Knoblauchzehen schälen und fein hacken. Zusammen mit der Milch in einen Topf geben und zum Kochen bringen. Den Maisgries unter Rühren dazugeben, und 20 Min. bei schwacher Hitze köcheln lassen, dabei ständig umrühren.
Den Topf vom Herd nehmen und Paprika, Käse, Basilikum, Salz und Pfeffer dazugeben. So lange rühren, bis der Käse komplett geschmolzen ist. Den Brei in eine beschichtete quadratische Form von 8" x 8" (20cm x 20cm geben und auf Raumtemperatur abkühlen lassen. Wer keine solche in den USA übliche Form besitzt, kann auch eine runde Kuchenform von 24 cm Durchmesser nehmen. Danach das ganze für mindestens drei Stunden in den Kühlschrank stellen.
Die erkaltete Masse stürzen und in 9 quadratische Stücke schneiden. In einer grossen beschichteten Pfanne reichlich Olivenöl und Butter erhitzen und die Stücke darin von beiden Seiten goldbraun anbraten.
Cranberry Walnut Muffins
(Cranberry Walnuss Muffins)
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- Muffins sind kleine Küchlein die in den gesamten USA zum Frühstück, zu einer Tasse Kaffee, als Nachspeise oder einfach zwischendurch sehr beliebt sind. Sie sind schnell zubereitet und das Grundrezept ist bei den meisten Muffins nahezu gleich. Nach Belieben können verschiedene Früchte, Beeren oder Nüsse verwendet werden. Anstelle der allseits bekannten Blueberry Muffins (Heidelbeer Muffins) wird hier eine süsslich-herbe Variante vorgestellt.
Zutaten:
250g Mehl
310g brauner Rohrzucker
2 TL Backpulver
- ½ TL Salz
2 Eier
125ml Buttermilch
3 EL zerlassene Butter
1 EL Zitronensaft
- 160g frische Cranberries (gibt es im Herbst in grösseren Supermärkten in der Obstabteilung zu kaufen, ersatzweise Preiselbeeren)
60g fein gehackte Walnüsse
1 TL geriebene Zitronenschale
Zubereitung:
Backofen auf 200°C vorheizen. Mehl, Zucker, Backpulver und Salz in einer Schüssel mischen. In einer zweiten Schüssel die Eier verquirlen, Buttermilch, flüssige Butter und Zitronensaft dazu geben. Nach und nach die Mehlmischung dazu geben und verrühren. Cranberries, Walnüsse und Zitronenschale unterheben. Den Teig in die zwölf Vertiefungen der eingefetteten Muffin-Form geben und ca. 20 Min. auf der mittleren Schiene backen.
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